Wirklich? Und wenn ja, welches ERP?
Die Auswahl ist groß. Die meisten Systeme sind Cloud basiert. Viele sind nur für große Unternehmen geeignet und benötigen einen sehr erfahrenen ERP Berater. Manche sind auch für mittlere Unternehmen eine Option. Die enthaltenen Features sind sehr unterschiedlich.
Sind große ERP Systeme für kleine Unternehmen, also mit weniger als 10 Mitarbeitern und dazu noch mit einfachen Geschäfsprozessen, geeignet? Sicher nicht! Gibts Firmen, die sich trotzdem ein großes ERP System ala Business Central oder SAP zulegen? Ja, weil sie keine Ahnung haben. Nutzen die das Ding auch noch ohne Fibu, also dem zentralen Modul? Ja, oft genug. Macht das Sinn? Nein. Richten sie das Ding auch noch selber ein, das ohne jegliche Erfahrung und weil sie alles besser wissen? Ja. Der Schaden ist am Ende enorm. Holen sie sich dann einen externen Experten dazu, ders für billiges Geld und in kurzer Zeit korrigieren soll, machen dann auch noch ordentlich Druck und Ärger, sind ständig unzufrieden und reden dem dann auch noch dauernd drein? Ebenfalls ja. Dem werden auch noch wichtige Informationen vorenthalten. Dann glauben sie auch noch, dass sich der Berater das gefallen lässt... Klar. 🤦 Nach einiger Zeit gibt der Berater natürlich auf. Größere ERP Partner nehmen solche Projekte erst gar nicht an.
Merksatz: Wenn Sie sich einen externen Berater dazu holen, lassen Sie den auch arbeiten! Reden Sie ihm nicht dauern drein! Der weiß schon was er tut. Wenn Sie sich für eine große ERP Software entschieden haben, dann kostet das auch entsprechend. Gehen Sie zumindest von 10 - 20.000 EUR für die Implentierung und Beratung aus! Drunter geht gar nichts!
Einfache Tools, kleines Budget
Welche anderen Lösungen für kleine Unternehmen gibts? Zahlreiche Cloud oder OnPrem Lösungen etwa, einfach Buchhaltungsprogramme. Die sind aber nicht sehr flexibel und kaum anpassbar. Ja, man kann vielleicht die Belegsvorlagen ändern, aber das wars dann auch schon. Was dazu programmieren geht gar nicht.
Alles neu? Das kostet ...
Was gibts sonst noch? Komplett neu programmierte, kundenspez. Software, entweder Windows Software etwa mit .Net entwickelt oder Web Software am besten mit KI Zeugs. Das ist sehr teuer, dauert lang, bringt selten das gewünschte Ergebnis. Dazu gibts die Abhängigkeit vom Hersteller frei Haus.
Low Code, das isses
Baukastensysteme mit Low Code wie Mendix, Pega oder sogar Power Apps bieten sich als weitere Alternative an. Die Ausrichtung ist hier aber auch eher auf größere Firmen. Die nutzen Low Code Tools für interne Zwecke. Die Angebote für kleinere Unternehmen sind bescheiden. Die monatliche Fee startet teils schon bei 10 EUR / Monat und User, für etwas mehr Features wirds etwa teurer. Das geht, da kann man schon was machen. Für den konservativen CEO passts trotzdem nicht, es soll eine Windows Lösung auf seinem Server sein. Für jüngere Unternehmer passt das. Cloud, Low Code, vielleicht noch mit KI und spitzen Design, das ist cool.
Was gibts noch?
Also was tun? Doch eher bei Excel bleiben oder MS Access wieder hervorkramen. Das wird zwar nicht mehr weiterentwickelt, die letzten Versionen bieten fast nichts Neues, es gibt keine Updates mehr und das schon seit über 10 Jahren, aber egal. Damit kriegt man immer noch was zusammen. Das Konzept von Access ist ähnlich wie das von Ninox: Eine Datenbank + Rapid GUI Development. Da bringt man in kurzer Zeit und mittlerem Budget schon tolle Business Tools raus. Also warum nicht. Themen wie Sicherheit, Backups, Source Code Verwaltung sind da kein großes Thema. Da muss man sich selber drum kümmern, aber das kriegt man auch hin.

Like
Report
*This post is locked for comments