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Wieso hat die native server.exe so wenig Hauptspeicher unter Windows Server 2008 R 2 (64 Bit)???

German NAV Developer Team Profile Picture German NAV Develope... 1,081

Beispiel: Stellen Sie sich vor, dass die native MS Dynamics NAV 2009 R 2 server.exe auf einem Windows Server 2008 R 2 mittels MS-DOS Eingabeaufforderung wie folgt als Windows Dienst installiert + danach gestartet wurde:

server.exe servername=[Servername], database=[Laufwerk:]\ [Pfad]\DB-Name.fdb, commitcache=yes, cache=100000, installaasservice


Nach Rechtsklick auf die Windows Taskleiste und Auswahl des Task Managers ergibt sich standardmäßig folgendes Bild:

image 

Frage: Wieso steht da nur ca. 2 MB, obwohl die server.exe einen zugewiesenen Cache von ca. 100 MB hat???

Antwort: Nun, das Thema Arbeitsspeicher gilt es differenziert zu betrachten, denn bewusst laienhaft ausgedrückt gibt es verschiedene Arten von “Arbeitsspeicherformen” u. a. physikalischer Arbeitsspeicher (=der Speicher, der direkt im Speicheradressraum angesprochen werden kann), privaten Arbeitsspeicher (ein Teil des physikalischen Speichers, der exklusiv einem bestimmten Prozess zugeordnet ist und von keinem andern Prozess genutzt werden kann) und virtuellen Arbeitsspeicher (wird aus dem physikalischen Arbeitsspeicher heraus adressiert und ist meistens viel größer als der tatsächliche Arbeitsspeicher).  

Zurück zum Beispiel…


Klicken Sie im Task Manager auf Menü Ansicht, Spalten Auswählen und setzen Sie einen Haken im Feld Arbeitssatz (Speicher). Nun sieht der Task Manager wie folgt aus:

image


Fazit: Das Feld Arbeitssatz (Speicher) stellt den ungefähren Hauptspeicheranteil der server.exe tatsächlich dar. Das Feld Arbeitsspeicher (privater Arbeitssatz) ist nur der Anteil vom Hauptspeicher, welcher der server.exe zugewiesen wurde, der sich tatsächlich im physikalischen Speicher geschützt befindet. Der “Löwenanteil” befindet sich im virtuellen Adressbereich.

Wer bei diesem kleinen Exkurs Appetit auf mehr bekommen hat, dem sei der englischsprache Blog meines berühmten MS Kollegen Mark Russinovich (u.a. Erfinder und Entwickler der beliebten Sysinternals-Tools)  oder die klassische Variante in Form seines Buches mit dem Titel “Windows Internals” wärmstens empfohlen.


Viele Grüße

Stefan Rißling
Specialist Support Engineer Dynamics NAV
EMEA Customer Support & Services - SMS&P

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